Stefan Pieper schreibt für ORCHESTERGRABEN: „Der Berliner Komponist Boris Bergmann vertont den vergessenen Kriegsdichter Otto Braun. Das Ergebnis verstört, weil es uns nichts erspart. (…) „Taumelnd von Glut“ heißt der Liederzyklus: zehn Gedichte, vertont für Klavier und Stimme. (…) Die irische Sängerin Caitríona O’Leary, international geschätzt als Grenzgängerin zwischen alter und neuer Musik, singt. Oder besser: Sie deklamiert, bohrt, zerlegt Silben in Intervallsprünge, die sich niemals auf dem Gefälligen ausruhen. Ihre Stimme ist vibratolos, manchmal spröde, immer eigenwillig. Das Klavier antwortet als orchestrale Gegenstimme: Clusterklänge, Stakkatohämmern, pulsierende Motive, die sich zu einer mächtigen Dramaturgie verdichten – und dann wieder Passagen von hypnotischem Sog, in denen Bergmann den roten Faden aufnimmt und das Narrativ weiterspinnt.“